Richtig einmaischen 

Tipps und Tricks!!

Die erste Grundvorrausetzung für einen sehr guten Schnaps ist eine gute Maische.

Was ist eine Maische?
 Eine Maische besteht aus feinen Obststückchen und dem ausfließenden Most/Saft. Dieses Gemisch wird mit verschiedenen Zusätzen vergoren und danach gebrannt. 


Nachstehend findet Ihr einige Tipps und Hinweise welche bei der Herstellung einer guten Maische wichtig sind und was zu beachten ist:

1. Das Obst:

Ihr solltet nur reifes und vor allem gewaschenes Obst verwendet werden. Faule Stellen müssen unbedingt entfernt werden. Ebenfalls sollten die Laub- und Holzteile nicht in eine Maische gelangen und sollten aussortiert werde. Warum reifes Obst? Reifes Obst enthält mehr Aromastoffe und Fruchtzucker, aber dafür weniger Wasser und Säure.


  • Kirschen:  Hier solltet Ihr möglichst Sorten mit einem nicht zu hohen Kernanteil verwenden, da die Kirschen sonst keine Aromastoffe enthalten.
  • Birnen: Hier sollten möglichst mehlige Sorten gewählt werden. Für Maische eignen sich keine Lager- und Winterbirnen.
  • Zwetschgen/Pflaumen/Reniglo: Diese Früchte sollten schon etwas überreif       bzw. schrumpelig sein, denn in diesem Zustand  enthalten die Früchten weniger Wasser, dafür aber viel mehr Zucker. 
  • Äpfel: Bei Äpfeln bietet es sich an mehrere Sorten zu mischen um den Säure und Zuckergehalt auszugleichen. 
  • Mirabellen:  Bei diesem Obst solltet Ihr solange abwarten, bis sie problemlos durch schütteln vom Baum fallen, da sie dann reicher an Fruchtzucker sind.


2. Zerkleinern:

Das gesammelte Obst solltet Ihr möglichst schonend zerkleinern bzw. zerdrücken. Hierbei ist darauf zu achten, dass bei Steinobst (z.B. Kirschen, Mirabellen, Zwetschgen, keine Kerne mit zerkleinert werden, da sonst zu viel Bittermandelstoffe freigesetzt werden, die nicht wieder abdestilliert werden können.
Anschließend muss das Obst schnell verarbeitet werden, da das Fruchtfleisch an der Luft oxidiert und auch leicht Fliegen/Fruchtfliegen hineinkommen und die Maische verunreinigen können.


3. Gefäße: 

Ihr müsst unbedingt saubere Gefäße mit einer großen Öffnung verwendet werden, die sich aber auch leicht transportieren und verschließen lassen.
Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Behälter nicht zu klein sind (mindestens 60 Liter), Sie müssen mit einem Gärspund oder anderweitig luftdicht verschlossen werden. Denn durch das Eindringen von Luft kommt es zu einer Essiggärung, hier verwandeln die Essigsäurebakterien den Alkohol in Essig. Weiterhin kann es bei undichten Gefäßen zum Eintritt von Fruchtfliegen kommen. Damit Ihr ein gutes Endergebnis erhaltet, wird die Maische bei ca. 13-20 Grad (Ausnahme Williams Birnen nur bis 18 Grad Celsius, sonst entsteht Bukett Verlust) gelagert. Die Behälter dürfen nur bis höchstens 80 % befüllt werden, da sich schnell eine Gärhut bildet, der von der entstehenden Kohlensäure nach oben gedrückt wird und so das Fass zum Platzen bringen könnte.  Als Gefäße solltet Ihr niemals Zink oder Eisenfässer verwenden. Ebenso keine Holzgefäße oder stark riechende Behältnisse ( z. B. Sauerkraut oder Fischbehälter.) Am besten eignen sich einfache Plastiktonnen mit einem luftdichten Deckel.


4. Zusätze:

Als Gärzusätze eignen sich Trockenhefen, Pektinenzyme und Säuren
Die Gärzusätze müssen portionsweise gut untergemischt werden.


  • Trockenhefe , z. B. Uvaferm CM fördert die Gärung (20 g/hl).
  • Pektinenzyme, z.B. Pectinex Ultra SP-L bewirkt eine komplette Aufschlüsselung des Fruchtfleisches, und verleihen mehr Aroma und von der Menge her mehr Destillat.
  • Säuren vermindern Fehlgärungen und somit Alkoholverluste. Wenn Pectinex verwendet wird, sollte nach ca. 1-2 Tage Säure dazugegeben werden um den pH-Wert von 3,0 – 3,3 zu erreichen. Dieser Säuregrad ist abhängig von dem des Obstes. Konzentrierte Säure sollte vorher mit der 9-10fachen Wassermenge verdünnt werden. Hierbei ist ganz wichtig, immer Säure zu Wasser gießen, niemals umkehrt!!!!


5. Lagerung des Destillates: 

Als Bestes Lagergefäß bietet sich ein sauberes vorher nochmals gründlich gereinigtes bauchiges, enghalsiges Glasgefäß oder Schnapsflaschen an.

Der Glasbehälter/Glasflasche sollte ca. 28 Tage mit einem Tuch abgedeckt und an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert werden, damit die ätherische Öle (Bittermandelöle) verdunsten können. Ist die Lagertemperatur zu hoch entweicht zu viel Alkohol aus dem Destillat. Nach den 28 Tagen Lagerzeit sollte das Glasgefäß/Glasflasche mit einem Naturkorken luftdicht verschlossen werden.

Nach ca. 1 Jahr ist dann der Schnaps dann trinkfertig, und hat sein volles Bukett (ähnlich wie beim Wein) entwickelt.

Bei einem Apfelschnaps ist es möglich, diesen in einem Barriquefass zu lagern. Hier ist es ähnlich wie beim Whiskey, die gelblichen Tannine des Holzes färben den Schnaps etwas und verleihen ihm eine leichte Herbheit. Hier beträgt die Lagerung jedoch ca. 2-3 Jahre um ein volles Bukett zu erhalten.

Viel Spass beim einmaischen :-)